Dipl.-Ing. Wolfgang Schulz

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Biographie

Wolfgang Schulz ist trotz zweier absolvierter Studiengänge (Vermessungsingenieur- und Bauingenieur) in Bezug auf den Energiebereich ein Seiteneinsteiger. Vielleicht fiel es ihm deshalb leichter, neue Gedanken in die Energiethematik einzubringen. So hat er in der ersten Berufsdekade, in der er als Partner und Geschäftsführer eines Energieberatungsbüros (ARENHA GmbH, Hannover) gewirkt hat,

  • bereits 1980 zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Biogasanlage beigetragen,
  • gemeinsam mit seinen Kollegen eine ausgefeilte Methodik zur Erstellung örtlicher und regionaler Energiekonzepte entwickelt, die anschließend von vielen übernommen worden ist,
  • regionale Biomassenutzungskonzepte vorgeschlagen, in denen bereits 1983 die Erzeugung und Nutzung von Brennstoffpellets vorkam,
  • an der Entwicklung einer Gebäudetypologie mitgewirkt, die schließlich zur Erstellung der bekannten bundesweiten Gebäudetypologie geführt hat,
  • die Co-Fermentation von Bioabfällen in Kläranlagenfaultürmen systematisch erforscht, die inzwischen in etlichen Städten umgesetzt ist.

Nach einer Zwischenphase in der Energiewirtschaft (Stadtwerke Bremen, Bereich Unternehmensentwicklung) begann er 1993 seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bremer Energie Institut. Sein Arbeitschwerpunkt waren ab jetzt die Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit den damit verknüpften Wärmenutzungs- und -verteilungssystemen (Potenzialanalysen, ökonomische und ökologische Beurteilungen, lokale Konzepte, Mitgestaltung einer Norm zur Ermittlung des KWK-Erzeugungsanteils – FW308, Mitwirkung an der Umsetzung der EU-KWK-Richtlinie, Analyse der bestehenden Hemmnisse gegenüber dem Ausbau der KWK und der Beurteilung der Instrumente zu ihrer Überwindung, etc.) sowie die technische und wirtschaftliche Beurteilung von Wärmeversorgungssystemen (Wärmepumpen, Lüftungs-Wärmerückgewinnung, Elektronachtspeicherheizungen, Pelletheizung, konventionelle Heizkesselsysteme, Warmwasserbereitung, etc.).

Das seit seinem Einstieg in Energiethemen bestehende Interesse an der energetischen Bio-massenutzung ist bis heute erhalten geblieben und hat in einem breiten Themenspektrum zu Studien geführt (energetische Optimierung einer Kläranlage, Darstellung des Status quo bei der Vergärung von Bioabfall und bei der Holzvergasung, Beurteilung von Konzepten in Richtung Holzpelletfeuerung, Grasraffinerie, Biogaserzeugung und -nutzung, Pflanzenöl-BHKW, Biogasaufbereitung zur Erzeugung von Biomethan, Verbesserung der Wärmenutzung im Rahmen von Biogasprojekten).

Seine reichlichen Erfahren brachten es mit sich, dass er sich häufig mit Themen außerhalb des genannten Spektrums beschäftigt hatte. So setzte er sich mehrfach mit der Frage auseinander, welche Strukturen bzw. Randbedingungen vorhanden sein müssten, dass Energieeinsparung intensiver als in der Vergangenheit wahrgenommen wird. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die im März 2008 unter seiner Projektleitung entstandene Studie, die sich mit dem Thema „Energieeffizienz als Geschäftsfeld für Stadtwerke“ auseinander setzte und die aufzeigt, wie sich hierzulande die EU-Energiedienstleistungs-Richtlinie umsetzen lässt.

Ansonsten hat er hauptsächlich an Untersuchungen gearbeitet, die jeweiligen Akteuren sowie der Verwaltung und Politik als Basisinformation dienen sollen. Auch in der Zeit am Bremer Energie Institut sind von ihm neue Impulse ausgegangen. Hervorzuheben ist die von ihm entwickelte Methodik zu Ermittlung des örtlich untergliederten Wärmebedarfs, die in den Analysen des nationalen KWK-Potenzials Verwendung fand und auf einer Verknüpfung von bekannten Gebäude- und Siedlungstypologien mit vorliegenden Statistiken basiert. Auch hat er die Möglichkeit, per Befliegung gewonnene Laser-Photogrammetrie-Aufnahmen in Verbindung mit ohnehin vorhandenen GIS (Geografischen Informationssystemen) für eine automatisierte Erfassung des teilräumigen Wärmebedarfs zu verwenden, erstmalig vorgeschlagen und beschrieben.

Seit seinem Einstieg in Energie- und Umweltthemen hat er zahlreiche Vorträge gehalten, Fachartikel veröffentlicht, Handbuchbeiträge geschrieben und Interviews gegeben.