NeMoLand "Neue Mobilität im ländlichen Raum: Angewandte Elektromobilität - Technologiekonzepte - Mobilitätseffekte"


Laufzeit: 10.2011 - 04.2014
Gefördert durch: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Projektpartner

  • Fraunhofer IFAM, Bremen
  • DFKI GmbH Robotics Innovation Center, Bremen
  • T-Systems, Bremen
  • AGT Germany, Berlin
  • H2O e-mobile GmbH, Varel
  • CRIE -Centre for Regional and Innovation Economics, Bremen
  • Institut für integrierte Produktenwicklung (BIK), Bremen
  • Jacobs University Bremen gGmbH, Bremen
  • OFFIS e.V., Oldenburg

Überschussproduktion durch erneuerbare Energien, insbesondere durch den geplanten Offshore-Ausbau, wird heute primär auf der Übertragungsnetzebene diskutiert. Allerdings lässt sich in den ländlichen Regionen der Metropolregion Bremen/Oldenburg ein verstärkter Photovoltaikausbau beobachten, dessen rasantes Wachstum sich in den nächsten Jahren fortzusetzen scheint. Darüber hinaus werden sich die Probleme, die mitunter schon heute durch Onshore-Wind in den Verteilnetzen bestehen, vor dem Hintergrund des Repowering tendenziell noch verstärken. Damit wird die Diskussion um Netzengpässe durch vor allem fluktuierende erneuerbare Energien auf die Verteilnetzebene übertragen. Fraglich ist hier, inwiefern die Verteilnetze in der Metropolregion weitere erneuerbare Energiequellen integrieren können bzw. ob sich lokal überlastete Netzbereiche identifizieren lassen. In diesem Kontext untersucht das BEI, in Kooperation mit OFFIS und CRIE, exemplarisch anhand eines Landkreises, ob die Elektromobilität im Rahmen des Lastmanagements eine Speicherfunktion übernehmen, oder durch gezielte Steuerung der Ladung die lokale Netzüberlastung sogar vermieden werden kann. Das BEI übernimmt in diesem Zusammenhang drei unterschiedliche Aufgaben.

Grundlegend erarbeitet das BEI in dem ersten Schritt eine GIS-Datenbank für den untersuchten Landkreis. Die Datenbank wird den aktuellen Stand bezüglich der räumlichen Verteilung von Photovoltaikanlagen und deren zeitlich variierender Einspeisung und anderer erneuerbarer Energien, die in die Mittel- oder Niederspannungsebene einspeisen, erfassen. Aufbauend auf dieser Bestandsanalyse werden verschiedene Szenarien für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Untersuchungsregion entwickelt. Diese Datenbank dient als Input für ein Simulationsmodell des OFFIS. Auf den Ergebnissen dieses Simulationsmodells baut das zweite Arbeitspaket des BEI auf.

Zweitens erarbeitet das BEI eine Bewertung des energiewirtschaftlichen Potenzials eines erweiterten Flotteneinsatzes von Elektrofahrzeugen im ländlichen Raum. Folgende Leitfragen stehen dabei im Fokus:

  • Können die Flotten in das Lastmanagement integriert werden und bei überhöhter Einspeisung durch Solar- bzw. Windanlagen negative Regelleistung anbieten und so einen Netzausbau auf Verteilnetzebene überflüssig machen?
  • Inwiefern wird durch die Integration der Elektrofahrzeuge in das Verteilnetz der Anteil der einspeisenden, erneuerbaren Energiequellen erhöht und in welchem Umfang kann dadurch der Ausstoß von CO2-Emissionen durch den konventionellen Kraftwerkspark vermieden werden?
  • In welchem Umfang lassen sich die Netzausbaukosten auf Mittel- und Verteilnetzebene durch die Elektromobilität reduzieren oder gar vermeiden?
  • Inwiefern lässt sich durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen der Eigenverbrauch der Anlageneigentümer, insbesondere im Falle der Photovoltaik, erhöhen?

Der dritte Arbeitsauftrag des BEI greift die ökonomische Perspektive auf. Als Ergänzung zur Bewertung des Potenzials von Elektromobilität zur Effizienzsteigerung der Verteilnetze und zur Verbesserung der Integration von dezentraler erneuerbarer Energieerzeugung werden innovative Tarif- und Bepreisungsmodelle betrachtet. Diese setzen ökonomische Anreize für das Lade-/Entladeverhalten der Fahrzeuge und bestimmen damit die Realisierung des technischen Potenzials. Dabei spielen vor allem örtlich differenzierte Anreize seitens des Netzbetreibers und der Energieversorger zur effizienten Steuerung der Fahrzeugflotten im Hinblick auf die Integration von zusätzlicher erneuerbarer Erzeugung und die Vermeidung von Netzinvestitionen eine Rolle.

Bis die ersten Ergebnisse aus dem Projekt vorliegen, können sie sich hier schon einmal über die Ergebnisse des Projektes "Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg" mit einer Laufzeit von 2009 bis 2011 informieren. Das BEI hat in diesem Rahmen Studien zum Emissionseinsparpotenzial von Elektrofahrzeugen und zu den Interdependenzen der Elektromobilität und Offshore-Windenergie erstellt.

Ansprechpartner

Bremer Energie Institut
Marius Buchmann M.A.
College Ring 2 (Research V)
28759 Bremen
Tel.: 0421/200-4872
buchmann@bremer-energie-institut.de

Bremer Energie Institut
Dr. rer. pol. Jürgen Gabriel
College Ring 2 (Research V)
28759 Bremen
Tel.: 0421/200-4882
gabriel@bremer-energie-institut.de