Geopolitik der Energieversorgung


Die große Bedeutung energiewirtschaftlicher Beziehungen zwischen Staaten, bzw. zwischen Produzenten, Importeuren und/oder Versorger, berühren den wirtschaftlichen Wohlstand und die politische Stabilität aller Betroffenen. Aufgrund dieser hohen energiepolitischen Relevanz des Themenkomplexes hat das Bremer Energie Institut im Jahr 2009 in Zusammenarbeit mit der Jacobs University Bremen den Aufbau seines Forschungsbereiches Geopolitik der Energieversorgung begonnen und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der deutschen Energiebranche ein.

Im Bereich der Energieversorgung sind Entscheidungen historisch häufig durch wirtschaftliche sowie geopolitische, d.h. politische, geographische, demografische, wirtschaftliche und technologische Überlegungen beeinflusst worden. Mit der zunehmend kritischer werdenden Versorgung von Öl und Gas nehmen auch die geopolitischen Aspekte an Bedeutung zu.

Ausgehend von den jeweiligen geopolitischen Gegebenheiten streben alle Länder danach die größtmöglichen wirtschaftlichen Vorteile aus ihren energiewirtschaftlichen Beziehungen zu generieren und gleichzeitig die politischen Abhängigkeiten zu minimieren. Daher ist Energiepolitik häufig nicht das Ergebnis rein gewinnorientierter Überlegungen. Eines der besten Beispiele dafür ist die gegenwärtige Debatte über die Routenführung der Gaspipelines sowohl aus der kaspischen Region nach Europa, wie auch von Russland nach Europa, deren Untersuchung eines der zentralen Themen des Energie Instituts im neuen Bereich Geopolitik ist.

Weitere Forschungsthemen, auf die besonderes Augenmerk gelegt wird, sind u.a. die folgenden:

  • Europas wachsende Abhängigkeit von externen Energielieferanten und der daraus resultierende Einfluß auf eine unabhängige Außenpolitik, insbesondere gegenüber Russland
  • Die Option energieexportierender Länder Lieferungen zu unterbrechen, um politischen Einfluß zu gewinnen sowie die damit einhergehenden Risiken
  • Die politischen Auseinandersetzungen über Energiequellen und Transitrouten zwischen den Weltmächten USA, Russland, China, Indien und der EU
  • Das Potenzial lokaler und regionaler "Energiekriege"

Projekte und Publikationen

Auf diesen Seiten finden Sie eine Aufstellung der Projekte und Publikationen aus diesem Forschungsbereich: