Forschungsfokus

Der institutionelle Regelrahmen für smart grids

Ein Großteil der aktuellen Forschung und Entwicklung beschäftigt sich mit den technologischen Aspekten von smart grids. Diese bilden die notwendige Basis zur Umsetzung von smart grids. Gleichzeitig muss aber auch der institutionelle Regelrahmen für smart grids so ausgestaltet sein, dass ausreichende Anreize für zentrale Stakeholder gesetzt werden, ihre smart systems zu implementieren. Andernfalls wird der potenziell mögliche technologische Fortschritt nicht realisiert werden und die derzeitigen Bemühungen zum Aus- und Aufbau von smart grids bleiben fruchtlos. Bereits die bisherigen Forschungsergebnisse haben verdeutlicht, dass der aktuelle regulatorische und institutionelle Regelrahmen im Bereich der Elektrizitätsnetze auf das Stromnetz der „alten Welt“ ausgerichtet ist. Um den Übergang zu smart grids zu erleichtern sind jedoch Anpassungen des bestehenden Regelrahmens notwendig. Unter Berücksichtigung aktueller Diskussionen und Überlegungen aus Forschung und Praxis zielt dieses Forschungsprojekt darauf ab, einen konsistenten institutionellen Regelrahmen zu entwickeln um

  • die Entwicklung und Ausbreitung von smart grids zu vereinfachen und einen gut funktionierenden institutionellen Regelrahmen für bestehende smart grids bereitzustellen
  • indem (zukünftige) Rollen, Verantwortlichkeiten (responsibilities) und Regulierung in smarten Verteilsystemen untersucht werden.

Rollen, Verantwortlichkeiten (responsibilities) und Regulierung in smarten Verteilsystemen

Diskussionen und Überlegungen aus Forschung und Praxis sind darauf ausgerichtet einen regulatorischen Regelrahmen zu schaffen, der die Transformation in Richtung zukünftiger Stromnetze unterstützt, um die zunehmenden Mengen erneuerbarer und dezentraler Erzeugung optimal in das Elektrizitätssystem zu integrieren. Ein große Herausforderung für die Entwicklung und Verbreitung von smart grids stellt jedoch die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten dar, die aus der Transformation, der Integration neuer Akteure und Geschäftsmodelle sowie aus der Notwendigkeit der Konsumenteneinbindung resultiert. Dies wirft zahlreiche Fragen auf, die im Rahmen des Forschungsprojektes untersucht werden:

  • Welche Aufgabenzuordnungen und Vertragsmodelle werden sich zwischen den einzelnen Akteuren des smart systems entwickeln?
  • Welche Rolle kann eine differenziertere Preissetzung bezüglich der Steuerung von smart grids spielen?
  • Welche neuen Akteure und Geschäftsmodelle werden sich in smarten Verteilnetzen herausbilden?
  • Wie können zentrale Monopolbereiche und Wettbewerbsbereiche unterschieden werden?
  • Können/sollten differenzierte Regulierungssysteme auf verschiedene Bereiche und Aufgabenzuordnungen innerhalb von smart systems angewandt werden?